Nix mehr Gläschen – und was dann?
Ich bin verzweifelt, na ja, zumindest beinah. Mein Kind ist nun ein Jahr und die Umwelt drängt: Nix mehr Gläschen, das Kind braucht richtiges Essen! Selbst der Arzt bei der U-Untersuchung fragte mit strengem Unterton: Er isst doch jetzt immer mit vom Tisch, oder? Da blieb mir nur übrig zu nicken und ein gemurmeltes „meistens“ einzuwerfen. Doch das Ganze ist leichter gesagt als getan.
Der Kleine hat zwar schon acht Zähne, aber eben vorne. Das kaut sich nicht so gut. Hinzu kommen nette Eigenheiten des Nachwuchses, die etwa heißen: „Brocken mag ich nicht, die schieb ich wieder raus.“ „Toll, so viel Essen, mal sehen, wie viel davon auf einmal in meinen Mund passt.“ Und nicht zu vergessen: Ausgewogen sollte die Ernährung auch sein. Ich geh mal davon aus, dass in den Gläschen alle Stoffe genau abgestimmt sind, sodass mein Kleiner bekommt, was er benötigt. Aber wie ist das, wenn er mit von uns isst? Da kann er die klein gematschten Kartoffeln bekommen und das Gemüse – bevor wir die vielen Gewürze und die Butter zugeben –, aber spätestens am Fleisch scheitern wir dann, denn ich weigere mich, das zu pürieren. Hat er genug Vitamine, und wie sieht es aus mit dem Eisen?
Ich bin unsicher und verwirrt, und bevor ich etwas falsch mache, nehme ich dann doch wieder ein Gläschen. Ist ja auch praktisch, wenn wir mal ehrlich sind. Aber der Druck der Umwelt steigt, und mein Gewissen ist auch nicht gerade glücklich. So erschien mir vergangene Woche die Rettung. Es gibt ja keine Zufälle, dachte ich, als ich den Newsletter Familienrezept von eltern.de entdeckte. Rettung naht.
Oder auch nicht. Am Samstag erfreute er mich mit „Deftige Blätterteig-Quiche“, Zutaten für 10 Portionen. Inhalt vor allem Sauerkraut und Bacon. Hmm, teste ich wohl eher nicht. Am Sonntag dann, eine neue Chance: Hirschsteaks. Ah ja. Mit Kerbelzweigen und Sternanis. Hört sich so an, als ob das ein Kinderfavoritengericht ist … Aber immerhin ist es für 4 Portionen. Hoffen wir mal auf den Montag, und der bringt: Ingwer-Putensteaks. Während ich mir hier immerhin vorstellen könnte, das mal selber zu kosten, ist es irgendwie auch nicht für mein Kind geeignet. Ich frage mich, wer über die Auswahl der Rezepte entscheidet. Mein Gedanke ist, der Newsletter erscheint bestimmt schon lange, und den gehen die simplen Rezepte aus. Jedenfalls suche ich nach Alternativen – bei den Rezepten und wohl auch den Newslettern.
Kommentare
2 Kommentar
Deine Meinung






30. September 2010
Hierzu hat die Buchhändlerin in unserer Familie den Tipp : Dagmar von Cramm, Ernährungsfachfrau, hat – neben vielen anderen sehr empfehlenswerten Büchern – mehrere Kochbücher zum Thema “Ernährung mit Kindern” geschrieben. Zum Beispiel : Kochen für Babys oder Kochen für Kleinkinder. Besonders gut ist : Das grosse GU – Kochbuch ” Kochen für Kinder”
Haben wir in der Familie ausprobiert und sind sehr zufrieden.
Also nicht aufgeben, weiterprobieren !
Und noch ein Tipp aus meiner Praxis : Flecken von Spucki – Mahlzeiten an der Tapete gehen gut weg mit K2r Spray. Man muß es nur lange einwirken lassen !!!!!!!
30. September 2010
Mal sehen wie das bei unserem Erstgeborenen wird..
Hab jedenfalls sehr schmunzeln müssen :-)